Diese Reise nach Shanghai war anders als der übliche Touristenrummel. Ich hatte mir bewusst drei Nächte im Jin Jiang Tower Shanghai reserviert, um den Komfort und die Qualität eines traditionellen, gehobenen Hotels zu erleben. An diesen drei Tagen gab es kein gehetztes, zielloses Sightseeing; stattdessen genoss ich inmitten unzähliger kleiner Details die entspannendsten Momente meiner Reise.
Schon beim Einchecken spürte ich die Aufmerksamkeit. Der Portier vermied es sorgfältig, den glänzenden Marmorboden der Lobby zu berühren, als er meinen Koffer entgegennahm, um Geräusche mit den Rollen zu vermeiden. Nachdem meine Daten überprüft worden waren, überreichte mir die Rezeption nicht nur meinen Zimmerschlüssel, sondern wies mich auch proaktiv darauf hin, dass der Luftbefeuchter im Zimmer bereits eingeschaltet war – die Luft in Shanghai ist im Frühherbst recht trocken, und dieses Detail war für mich als Nordländer ein echter Pluspunkt. Das Betreten des Zimmers im 23. Stock war eine noch größere Überraschung. Es gab keinen übertriebenen Luxus; die beigefarbenen Polstermöbel waren weich und dennoch solide. Das Sofa am Fenster bot einen Blick auf die Baumkronen der Platanen entlang der Huaihai Road. Das Sonnenlicht filterte durch die Blätter und warf ein sanftes Schattenspiel auf den Teppich.
Das Schlaferlebnis war der unerwartetste und schönste Teil meines Aufenthalts. Die Matratze hatte genau den richtigen Härtegrad und stützte meinen unteren Rücken und Nacken optimal, ohne dass sie durchhing, wie man es oft in Hotels erlebt. Die Bettwäsche war aus weicher, sauberer Baumwolle und fühlte sich angenehm glatt auf der Haut an. Besonders durchdacht war der Vorhang: Zwei Stofflagen hielten jegliches Licht von außen ab, nicht einmal die Straßenlaternen von unten drangen nachts durch. Ich schlief zwei Nächte hintereinander acht Stunden durch, ohne die Schlafstörungen, die man sonst nach einem Bettenwechsel hat. Als ich nachts aufwachte, ging ein bewegungsaktiviertes Nachtlicht am Fußende des Bettes sanft an, ohne zu blenden. Dem gedämpften Licht folgend, fand ich im Badezimmer eine vorgeheizte Smart-Toilette und einen Handtuchhalter mit angenehmer Temperatur vor – perfekt für die kleinen Annehmlichkeiten der Nacht.
Der Morgen war ebenso angenehm. Das Frühstück im Restaurant im Erdgeschoss war köstlich; die frisch zubereiteten Wantans dufteten herrlich, die gebratenen Brötchen waren goldbraun und knusprig, und selbst die Beilagen waren erfrischend und schmackhaft. Nach dem Frühstück ließ ich mir Zeit und unternahm einen Spaziergang auf dem Skywalk über dem Dach. Die Brise trug den Duft von Osmanthusblüten herüber, und ich konnte die roten Dächer der alten Villen in einer endlosen Reihe sehen, während sich die Umrisse von Lujiazui in der Ferne durch den leichten Nebel abzeichneten. Bevor ich abreiste und mein Gepäck packte, ordnete der Zimmerservice diskret meine Hautpflegeprodukte, die ich achtlos auf dem Tisch liegen gelassen hatte, ordentlich an und faltete meine getrocknete Wäsche ordentlich zusammen und legte sie auf den Nachttisch. Sie störten mich nicht übermäßig, beseitigten aber dennoch unaufdringlich alle Unannehmlichkeiten.
Früher dachte ich, nur neue Hotels böten ein Gefühl von Neuheit, aber nach meinem Aufenthalt im Jin Jiang Tower Shanghai verstehe ich es jetzt. Das Berührendste an altmodischen Hotels wie dem Jinjiang Inn, die seit Jahrzehnten bestehen, ist diese „unprätentiöse Fürsorge“. Sie setzen nicht auf übertriebenes Design, um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern integrieren subtil jedes kleine Bedürfnis ihrer Gäste in die alltäglichen Details, sodass sich der dreitägige Aufenthalt wie die Rückkehr an einen vertrauten und behaglichen Ort anfühlt.Mehr anzeigen